Herbstliches Thema der Jahreszeit - Recycling
Im Vollherbst neigt sich das Gartenjahr dem Ende zu. Obgleich diese Jahreszeit noch mit frohen Farben und milden Tagen erfreut, deutet doch unweigerlich alles auf den bevorstehenden Winter hin. Die Natur bereitet sich auf eine Ruhepause vor, indem sie sich von unnötigem Ballast befreit - man denke nur an die Mengen von Falllaub in Gärten, Parks und auf Straßen. Der Herbst ist aber auch eine Zeit, in der im Garten so mancher Pflanzenschnitt anfällt, und es stellt sich regelmäßig die Frage, was tun und wohin mit dem ganzen Abfall? Einmal mehr erweist sich die Natur als Lehrmeisterin: Bei ihr wird nichts vergeudet. Alles, was seinen Zweck erfüllt hat, wird in seine Bestandteile zerlegt und dann einer Wiederverwertung zugeführt - kurz Recycling genannt. Was also bietet sich eher an, als die Natur nachzuahmen und sich der Gartenabfälle nutzbringend zu bedienen?
Dazu ist es jedoch notwendig, die Mechanismen des natürlichen Recyclings zu verstehen. Fällt beispielsweise ein Blatt vom Baum, wird es in einer ersten Abbauphase von Kleinlebewesen wie Käfern, Asseln, Tausendfüßern oder Ameisen zerlegt und verzehrt, als Verdauungsprodukt wieder ausgeschieden und alsbald mit dem Oberboden vermischt. Eine herausragende Rolle spielt hierbei der Regenwurm. Das von ihm als Nahrung aufgenommene organische Material bleibt in der oberen Bodenschicht als Kot zurück, in dem wertvolle mineralische Feinbestandteile und organische Stoffe in einer stabilen sog. Krümelstruktur miteinander verbunden sind, was die Fruchtbarkeit deutlich verbessert.
Danach beginnt die Arbeit der Heerscharen von Kleinstlebewesen, welche die zunächst noch grobe, dunkle Masse, auch Rotteschicht genannt, weiter verarbeiten. Bakterien, Pilze, Fadenwürmer und andere erzeugen dabei Humusstoffe oder zerlegen das organische Ausgangsmaterial sogar in seine chemischen Bestandteile, so dass die enthaltenen Nährstoffe freigesetzt werden. Mit dem Bodenwasser von den Wurzeln aufgenommen, werden die Substanzen schließlich wieder in Pflanzenstrukturen eingebaut - der Stoffkreislauf hat sich geschlossen.
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